Doch dagegen wird jetzt wieder mit aller Macht vorgegangen, ich möchte euch ja an all den vielseitigen Ereignissen teilhaben lassen, die sich hier so abspielen.
Wie bereits erwähnt, der Herbst ist nun endgültig da, mit frischen -2°
am frühen Morgen, ordentlich Regen und vor allem tollen Farben in der ganzen Gegend (siehe die traumhaften Aussichten vom Berg und die "Deuschlandbäume nebenan...;-) ). Und in den letzten drei Tagen hatten wir schließlich das, was sich "Indian Summer", oder in Québec vielmehr "l'été indienne" nennt, direkt nach einer Bodenfrostphase kurze zeit enrom vielen Sonnenschein und noch einmal Temperaturen von bis zu 25°, sozsuagen als endgültigen Abschied von der Schönwetterzeit...

In der communauté geschehen in der letzten Zeit eine ganze Menge Dinge. Neulich haben wir den Geburtstag von Yancey gefeiert, was dieser sichtlich und in der ihm üblichen Exzessivität genossen hat... Beeindruckend war allerdings sein Verhalten, als wir eine Kerze rumgehen lassen haben und jeder ein paar Worte zu ihm gesagt hat. Yancey war absolut still (was an sich schon ein kleines Wunder ist) und hat jedem ganz tief in die Augen gesehen, wirklich jedem aufmerksam zugehört, man hat es gemerkt, einfach unglaublich. Das Leben hält aber leidergottes auch traurige Momente bereit, so ist vor kurzem der Vater einer Person aus Fleur de Soleil verstorben, der Trauergottesdienst war gestern Vormittag und alle waren da, ein sehr bewegender Augenblick.
So gehen die Dinge ihre Wege, nach nunmehr fast drei Monaten (gottchen, wie die Zeit vergeht...) kann ich wirklich sagen, dass ich mich hier wohl fühle. Dazu gehört auch die Tatsache, dass ich mich hier seit kurzem außerhalb der Arche ein wenig in Beloeil einniste, ich singe seit zwei Wochen im Kirchenchor hier, jeden Donnerstag Abend und sonntags zu den Gottesdiensten. Es macht sehr viel Spaß, auch wenn ich den Altersdurchschnitt ein wenig auf den Kopf stelle sind die Menschen dort wirklich sehr offen und einladend. Letzten Sonntag war mein Foyer auch in "meiner" Kirchte zum Gottesdienst, und die Personen, natürlich mal wieder insbesondere Yancey, haben sich kaum eingekriegt vor Überraschung mich vorne stehen zu sehen...Währenddessen hat hier die Eishockeysaison begonnen, und da wir mit Harold einen passionierten Fan in unserem Haus haben wird jetzt öfter der Fernseher zu den Live-Übertragungen eingeschaltet, zum Glück aber maximal einmal die Woche, denn Spiele gibt es alle drei Tage, das hält man ja nicht aus... Jedenfalls stelle ich fest, dass zwischen dem deutschen und kanadischen Eishockey wirklich Welten liegen, hier geht es auf gut Deutsch richtig ab, die Spiele sind unheimlich intensiv, macht sehr viel Spaß sich das anzuschauen.
Mit diesen Lebenseindrücken verabschiede ich mich fürs Erste. Liebe Grüße nach Deutschland und in den Rest der Welt!