Freitag, 11. Januar 2008

Mamma Mia!

Das trifft es nun wirklich genau! Mamma Mia, war das ein Spektakel. Diesen Mittwoch hab ich mir seit langem ein wenig Kultur an meinem freien Tag gegönnt und bin in Begleitung zweier reizender Damen aus der Arche nach Montreal zum Abba-Musical gefahren! Die Karten dafür haben wir eigentlich nur aus Zufall gekauft, weil wir im Dezember an dem Ticketcenter vorbeimarschiert sind, jedenfalls bin ich jetzt, 48h danach immer noch völlig hin und weg, so etwas geniales hab ich lange nicht mehr gesehen!!!

2 1/2h in einem ausverkauften und unglaublich tollen Theatersaal, wir oben aufm dritten Balkon in der zweiten Reihe mit bester Sicht auf die Bühne und die Band. Es war einfach beeindruckend, diese Musik, die vor 30 Jahren lief, kann heute noch Massen anreißen und begeistern, selbst solche, die damals nicht einmal geboren waren.

Glücklicherweise war das Musical auf Englisch und nicht, wie ich befürchtet hatte auf Französisch, sodass man wirklich überall mitsingen konnte, obwohl das kaum nötig war. Die Sänger waren unglaublich gut, dazu noch ein toller Haufen Musiker, wirklich nur 7 Leute insgesamt, die mit Keyboards, E-Gitarren und Schlagzeugen die ganze Musik gespielt haben, einfach nur beeindruckend. Zum Ende haben die Hauptakteure auch noch die Kostüme der Zeit ausm Schrank geholt, sogar die Männer, zu Lachen gabs also auch genug. Für einen freien Tag war es somit das Beste was ich machen konnte, wie ihr merkt, ich bin immer noch völlig begeistert. Und wenn man dann noch, wie fast schon gewohnt, unglaublich freudig wieder "zu Hause" empfangen wird, fragt man sich schon, was man eigentlich noch mehr will...

Sonntag, 6. Januar 2008

2008

Hallo ihr Lieben,
und nun ist es mal wieder soweit, dieser zwei-Wochen-Rhythmus erscheint mir recht angenehm, auch wenn wieder mal ne ganze Menge passiert ist. Die Ferien sind überlebt, unsere Behinderten hatten von Weinachten bis heute frei, was für uns Assistenten viel Arbeit, aber natürlich auch viel schönes Zusammensein mit den Leuten bedeutet hat.

Heiligabend war dieses Jahr wirklich spannend, halt vollständig anders...fern ab von der lieben Familie, dank web-cam aber bei weitem nicht so sehr, wie ich befürchtet hatte! Bei uns im Verein war es ein tolles Fest, nachmittags in der Kirche und abends ins Foyer Fleur de Soleil zum großen Ente-Essen mit 35 Leuten, danach wie so ziemlich immer in letzter Zeit wie verrückt zusammen getanzt gefolgt von der großen Bescherung. Wir haben gewichtelt bei uns, was zur Folge hatte, dass der Weihnachtsbaum unter einem enormen Geschenkberg zu verschwinden drohte, die dann aber schließlich alle den Weg zu ihren glücklichen Empfängern gefunden haben. Ich bin jetzt, dank Anna die mich gezogen hat, stolzer Besitzer von warmer Thermounterwäsche, einer neuen Mütze und eines schicken Hemdes! Um die Geschenke zu bekommen musste übrigens jedes Foyer Karaoke singen, einfach so geht ja nicht... Besonders schön war die große Freude all der Leute zu sehen, nicht nur bei Yancey, der beim Auspacken seiner neuen übergroßen Hauspantoffeln wirklich ausgerastet ist, auch alle anderen waren glücklich und lagen sich freudestrahlend in den Armen - ein toller Abend. Für Patrice und mich gings danach noch im Chor weiter, da wir um halb 12 (wohl gemerkt nicht mittags...) noch einen Auftritt gefolgt von der traditionellen Mitternachtsmesse hatten, sodass ich dann schlussendlich um halb 2 zu Hause und nach diversen Rotweingläsern und insgesamt 4 Schachniederlagen um 4 im Bett war - was ein Heiligabend...

Für die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr haben wir die beiden Foyers zusammen getan, da jeweils die Hälfte der Personen bei ihren Familien im Urlaub waren, sprich das Envolée zog mit seinen 5 verbliebenen Bewohnern für eine Woche ins Fleur de Soleil. Die Zeit dort war wirklich schön, mal etwas komplett anderes und auch endlich Gelegenheit, die Personen dort besser kennen zu lernen. Oben drauf hatte ich noch einen kleinen Kurzurlaub von 2,5 Tagen offen, den ich in Joliette (eine Stunde nördlich von Montréal) mit den anderen Deutschen, die ich während der Ausbildung in Quebec kennengelernt hab, verbracht hab. Es tat unglaublich gut die alle wiederzusehen und hat richtig viel Spaß gemacht, insbesondere das Skifahren - ja, ich bin das erste Mal in meinem Leben Ski gefahren - und ja, ich lebe noch... Die Gesäßschmerzen sind jetzt seit 4 Tagen weg, nach meinen schätzungsweise 46 Stürzen tat mir so ziemlich alles weh, ich wurde nach meiner ersten Übungsstunde auf der Kinderpiste von den anderen ja auch gleich in den Lift gezerrt, aber wie gesagt, ich habs überlebt. Selbiges kann man von meiner geliebten braunen Korthose leider nicht behaupten, die zusammen mit der Schlafanzughose und der vorhin erwähnten Unterwäsche als Skihosenersatz herhalten durfte... An dieser Stelle darf ich all jene beruhigen, die seit Wochen darauf warten - ich hab mir nen Wintermantel gekauft!!! Dank Boxing-Day (die Ausverkäufe nach Weihnachten, steht auch in jedem Kalender für den 27. drin, direkt nach Christmas/Noel - sehr konstrastreich...) für läppische 80$ (alle Mäntel die mitr gefallen haben gingen bei 300$ los, gab sogar einen für 750!) und dazu noch in einem Laden namens Jonathan, was will man mehr?!



Wieder zurück in Beloeil stand Silvester vor der Tür, was hier nicht grade ein Kracher war, aber zum Glück nur im wörtlichen Sinne. Zu meiner großen Überraschung ist es in Québec zu Silvester nicht üblich, ein Feuerwerk zu machen, dementsprechend gibts auch nirgendswo Raketen zu kaufen (das Einzige was ich nach einer 2-stündigen Stadtrundfahrt auftreiben konnte waren Wunderkerzen), selbst in Montreal gibt erst seit ein paar Jahren Feuerwerke, und das bei Weitem auch nicht so groß wie in Europa. Hier ist Silvester vielmehr ein Famlienfest, im Ursprung noch mehr als Weihnachten, so hab ich mit meinen Leuten hier gefeiert, und auch wenn es komplett anders war hat es mir riesig gefallen. Wir haben einen Spieleabend gemacht bei dem die Stimmung wirklich toll war und um Mitternacht gabs draußen ein Gebet mit einem kleinen Feuerchen, für das jeder bildlich einen Teil von sich, praktisch einen Holzspan, geben sollte, damit das Feuer, unser Zusammenleben, nicht erlischt...wirklich sehr schön und wie gesagt mal was anderes. Große Verwunderung hab ich dann noch ausgelöst, als ich von den deutschen Silvesterbräuchen erzählt hab, wobei ich mich dabei auch überhaupt das erste Mal gefragt habe, warum wir eigentlich Jahr für Jahr den selben Schwarz-Weiß-Film gucken, und dazu noch auf Englisch...

Noch ein kleines Wort zum Wetter, was hier so langsam komplett durchdreht: vor drei Tagen waren es nachts -25°, nun kriegen wir eine Warmfront ab, sprich heute 5°, wohlgemerkt ohne Minuszeichen davor und übermorgen stolze 11! Es lebe der Klimawandel, bin mal gespannt, wie viel Schnee übrig bleibt, ist ja immerhin reichlich da...
Und nun ist es soweit, 2008 ist da, ein Jahr, dass ich zum Großteil ich Kanada verbringen werde, und ich freu mich drauf! Euch allen wünsch ich für das Jahr das Beste, auf dass es eins wird, an das ihr euch gerne zurückerinnert!
Viele liebe Grüße