

Hach, wie oft ich diese Melodie vor mich hin geträllert hab in einer der genialsten Wochen meines Jahres hier... Um ehrlich zu sein zähle ich mich nicht zu der Gruppe Menschen die herkommen, weil es schon immer ihr Traum war in Kanada zu leben, ganz und gar nicht im Grunde. Aber einmal nach New York zu kommen das war wirklich einer meiner Träume und den konnte ich mir nun Ende April erfüllen, zusammen mit Thomas, Johannes, Fabian und Alex: vier Deutsche, die zur selben Zeit wie ich auch ein Jahr in der Arche arbeiten, d.h. in obiger Reihenfolge in Gatineau, Joliette, Ottawa und Trois-Rivières und die hier wirklich gute Freunde geworden sind.
Der Trip war einfach nur toll, in unserer einen Woche hab ich so unglaublich viele Dinge gesehen und erlebt, dass ich jetzt noch immer baff bin wenn ich daran zurückdenke...
Alles begann an einem späten Donnerstagabend am Busbahnhof Montréal wo um Mitternacht noch so viele Leute unbedingt 7h mit dem Bus nach New York fahren wollten, dass noch ein zweiter herangeschafft werden musste... Allerdings gibt es kaum was Schlimmeres als nachts mit dem Bus in die Staaten zu fahren, weil man nach exakt 1 1/2h, sozusagen dann wenn man wirklich anfängt zu schlafen, bereits an der Grenze ankommt und erstmal ein Weilchen raus darf. Nach weiteren 3h folgt der nächste Zwischenstopp und noch 2h später fährt man schon auf sie zu, die Skyline von Manhattan, die für all diese Reisestrapazen entschädigt!
Direkt am Times Square angekommen gings für uns erstmal in die Jugendherberge (die mit Platz für 600, meist junge, Leute in den darauffolgenden Nächten stets beste Unterhaltung bot, was ein Hauptgrund für den Durchschnittsschlafwert von circa 4h pro Tag ist...) und von dort aus direkt bei traumhaft sonnigem Frühlingswetter in den Central Park. Wobei ich ehrlichgesagt die Bezeichnung Central Forest oder Central National Park vorschlagen würde, dieser Park ist unglaublich groß, da hätte ich nie gedacht. Es gibt Stellen im Herzen Manhattans, an dem man von Straßen-und Flugzeuglärm absolut nichts mehr mitbekommt sondern stattdessen Vogelgezwischter und plätschernde Bächlein hört...
Danach folgte ein einwöchiges Kulturprogramm, das wohl lange seines Gleichen suchen wird. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass wir wirklich alles gemacht und gesehen haben, was diese wahnsinnige Stadt zu bieten hat. Von einer Bootstour um Manhatten herum, über (im wahrsten Sinne des Wortes) die Brooklyn-und Manhatten Bridge, abends sowohl aufs Empire State Building als auch aufs Rockefeller Center, dazu Ground Zero, Freiheitsstatue, Liberty Island, Guggenheim, MoMA, National History Museum, Metropolitan Museum (ja, wie ihr richtig feststellt hab ich mir beachtliche 4 Museen angetan und damit rein kulturell für 2008 erstmal ausgesorgt...), Chinatown, Little Italy, Greenwich Village, UN, Wall Street......
Es war einfach nur genial, wir hatten wirklich die Zeit um die Stadt von vielen Seiten kennenzulernen. Was mich am meisten überrascht hat war die Tatsache, dass New York unglaublich grün ist. In fast allen Straßen findet man kleine gut gepflegte Grünflächen und unheimlich viele Bäume, was jetzt in der Frühlingszeit einfach nur unglaublich schön aussah! New York hat sich im nächsten Jahrzehnt eine Million neue Bäume zu pflanzen und zu pflegen.

man glaubt es kaum, aber dieses Bild stammt mitten aus Manhattan...!

Die Stadt hat so unglaublich viel zu bieten, es ist einfach unglaublich. Abgeshen von den ganzen bekannten Attraktionen gibt es so viele kleine schöne Flecken, was ich gar nicht gedacht hätte. Dazu kommt diese unglaubliche Menschenvielfalt, da man in New York wirklich auf alle Nationalitäten dieser Welt trifft, überall, in allen Straßen, in den Vierteln... Es gibt ein so unglaubliches Leben, was nachts wirklich nicht aufhört, man hatte fast den Eindruck, dass nachts mehr Taxen unterwegs waren als tagsüber.
Mit dem Wetter hatten wir wirklich Glück, bis auf einen bewölkten Tag hatten wir die ganze Zeit Sonne, für uns alle das erste Mal nach dem kanadischen Winter, und über 20°, einfach nur traumhaft, wobei selbst 23° an einem sonnigen Samstag fast schon zu viel waren. Die Stadt heizt sich unglaublich stark auf, sodass es gefühlt eigentlich schon zu heiß war und ich auch jetzt verstehe, warum New York im Sommer einen höheren Stromverbrauch als im Winter hat. Klimaanlagen hängen tatsächlich an jedem Fenster von außen, und wenn es im Sommer erstmal 35° werden, dann werden die wohl auch dringend benötigt...
Unser Besuch fiel spannenderweise direkt auf die USA-Reise des Papstes der in den letzten drei Tagen auch New York besucht und praktisch zeitgleich mit uns ankam. Das war auch überall zu spüren, angefangen von überglücklichen Pilgern in unserem Hostel, die seine Messe besucht haben, über Meinungskundgebungen in den Straßen sowohl für als auch gegen Benedikt XVI. bis hin zu den Vatikan-Fahnen, die ungelogen in ganz New York zu finden waren, zusammengesteckt mit der Flagge der USA. Am Sonntag hatten wir uns vorgenommen, den Papst bei seiner Andacht am Ground Zero zu sehen, leider war diese Veranstaltung aber in einem sehr engen Kreis mit Familien der Opfer des 11. Septembers gedacht, sodass alles herum weiträumig abgesperrt war und wir durch das Fenster eines Einkaufshauses nur die Wagenkolonne sehen konnten, aber immerhin...
Mein absolutes Highlight war ohne Frage die Stadt von oben. Vom Empire State Buildung bzw. vom Rockefeller Center, beide Aussichtsplattformen über 300m hoch, erlangt man erst eine Vorstellung von den Ausmaßen dieser riesigen Stadt, es ist einfach unfassbar. Wolkenkratzer und Lichter wohin man sieht, besonders schön natürlich nachts und zur Sonnenuntergangszeit! Von oben erkennt man auch wunderschön die schnurgrade Anordnung der Straßen, typisch amerikanisch eben, die sich von oben wie leutende Adern durch durch Wolkenkratzerlandschaft ziehen, und mitten drin ein großes schwarzes Loch - der Central Park.




Den gesamten Dienstag haben wir noch für ein anderes Abenteuer genutzt, welches morgens um 8 mitten im Chinatown begann. Mit einem chinesischen Busunternehmen, was allerdings gar nicht mal so schlimm war wie befürchtet, gings nach Washington DC, wenn man schonmal in der Gegend ist dachten wir uns halt... Die Fahrt dauerte nur 5h und so hatten wir nen halben Tag in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten, was zu meiner Überraschung wirklich gereicht hat um die wohl spannendsten Gebäude zu sehen. Wir haben den Senat gesehen, sogar den Plenarsaal mti den Sitzen von Hillary Clinton und Barack Obama, das Lincoln Memorial, das Washington Monument (der große spitze Turm) und natürlich auch das weiße Haus, was einen verdammt großen und hübschen Garten hat, für alle, die es interssiert... Der Rückweg führte uns zu unserer Überraschung mit einem Zwischenstopp nach Philadelphia, aber schlussendlich kamen wir nachts um 2 wieder in New York an , völlig beigeistert, von all dem was wir im Laufe des Tages gesehen hatten!





Johannes und ich vor dem UN-Hauptquartier

Die Hauptversammlung der Vereinten Nationen

Alle Fahnen der 192 Mitgliedsstaaten hängen in ordentlicher englisch-alphabetischer Reihenfolge in einer langen Reihe vor dem Gebäude: Germany zwischen Georgia und Ghana


Die Sicht über den großen See des Central Parks bei Nacht

der Washington Square

das Rockefeller Center in seiner ganzen Pracht (und in selbiger schwer auf ein Foto zu bekommen...)

ein einziges Meer aus Lichtern und Mitternachts taghell - der Times Square (was für eine unvorstellbare Engergieverschwendung...)


das nahezu graziöse Empire State Building


atemberaubender Blick auf das Financial District bei Abendsonne, das ganze vom Empire State Building aus gesehen. An dieser Stelle muss man sich einfach nur vorstellen, dass das World Trade Center mehr als doppelt so hoch war, als das jetzt höchste Gebäude dort - New York hat einen großen Teil seines Gesichtes verloren...

mehr als doppelt so hoch...

ein Foto unverkennbar aus New York City


Downtown Manhatten bei Nacht von der Staten Island Ferry aus fotografiert

unser erster New Yorker Sonnenuntergang vom Empire State Building

der ganze verrückte Haufen an selbigem Abend (man bestaune die harmonisch auf einander abegstimmt aufschwingende Haarpracht von Johannes und Fabian...2. bzw. 3. von rechts)

wo wir grad bei verrückt waren...

Von der Freiheitsstatue haben wir insgesamt ungefähr 80 Fotos gemacht, hier sind die drei besten! ;-)

Was hatten wir für Spaß...!

vorbildlich mit dem Arche-Shirt wohl gemerkt!

Vollmond über Brooklyn

die wunderschöne Brooklynbridge

Das Beste zum Schluss: In Boston hatte ich in einem Frühstückscafé ein National Geographic Traveler Magazin in der Hand, in dem ein großer Snderartikel zu New York stand. Auf der ersten Seite fand ich ein Foto des unten stehenden Motives (ganz genau hingucken um die Besonderheit zu erkennen...so in der mitte am unteren Teil des Pfeilers...) was mich so beigeistert hat, dass ich es unbedingt finden musste. So ging es am letzten Abend, 5h vor Abreise mit dem Subway nach Brooklyn und von dort aus zu Fuß durch so ziemlich alle Straßen um die Brücke herum, von einer Ecke zur anderen bis ich diesen Platz endlich gefunden hatte - einfach nur traumhaft!

Es war ein wirklich tolle Zeit. Die Stadt ist in jeder Hinsicht einzigartig, wobei ich ehrlich zugeben muss, dass ich nach einer Woche auch gesättigt war - um in New York zu leben braucht es wahrscheinlich schon so einiges... An dieser Stelle ein Riesendank an meine vier Mitstreiter die meine Fotosucht gelassen ertragen und die ganze Reise erst so unglaublich spaßig und unvergesslich gemacht haben!